Zwillingseltern genießen ihr Glück im Doppelpack schon bevor der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Das Mother Blessing, eine beliebte Form der Baby-Party vor der Geburt, verzeichnet in der Schweiz eine Steigerungsrate von 150 Prozent. Worum geht es dabei und weshalb sind Baby-Feiern so beliebt?
Inhalt
Eine Zwillingsschwangerschaft gebührend feiern
Mit der Feststellung einer Schwangerschaft beginnt eine aufregende Zeit. Vor allem Zwillingsschwangerschaften kommen relativ selten vor und sind somit ein Grund, ausgiebig zu feiern. Das Mother Blessing (schweizerisch: Segnung der Mutter) ist eine besondere Variante des amerikanischen Babyshowers. Gefeiert wird in kleinem Kreis von maximal 10 Gästen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mit fantasievoll gestalteten Einladungskarten über Ort und Termin der Feier informiert. Für die persönliche Einladung zur Baby-Party eignen sich Motive wie Störche und Kinderwagen, Collagen aus Urlaubsfotos oder Bilder vom Babybauch. Um Zeit zu sparen, kann man Fotokarten online drucken. Die Grusskarte sollte auf jeden Fall rechtzeitig verschickt werden, damit die eingeladenen Gäste den Termin fest einplanen können. Das Treffen findet meist in den letzten Schwangerschaftsmonaten statt, wenn die Geburt noch nicht unmittelbar bevorsteht. Verschiedene Rituale, wie das Erzählen inspirierender Geschichten, das Bemalen des Bauches, eine gemeinsame Mahlzeit und Segenswünsche sollen Kraft spenden und Mut machen. Die positive Energie hilft der werdenden Mutter, die Herausforderungen rund um die Geburt und Mutterschaft leichter zu bewältigen.
Jahrhundertealte Traditionen zur Stärkung weiblicher Kraft
Rituale gehen oft auf jahrhundertealte Traditionen zurück. Sie dienen dazu, Orientierung und Stabilität in unterschiedlichen Lebenssituationen zu geben. Eine Schwangerschaft mit Zwillingen ist eine besondere Lebensphase, in der jede zukünftige Mutter viel Unterstützung gebrauchen kann. Das Mother Blessing findet häufig zu Hause statt. Für die kleine Feier kann aber auch ein anderer Lieblingsort, etwa die sonnige Terrasse im Garten, eine gemütliche Almhütte oder ein Badestrand an einem der idyllischen Schweizer Seen gewählt werden. Die moderne Mother-Blessing-Party orientiert sich an einer traditionellen Feier der Navajo-Indianerinnen. Die amerikanischen Ureinwohnerinnen betrieben dieses Ritual zur Stärkung der zukünftigen Mutter und ihres ungeborenen Kindes. Im Vordergrund stehen gemeinschaftliche Aktivitäten wie Tanzen, Singen, Musizieren und miteinander lachen. Auf Geschenke, wie bei anderen Baby-Partys üblich, wird bewusst verzichtet. Die werdende Mutter soll ermutigt werden, ihre Intuition zu spüren und ihre weibliche Kraft zu nutzen. Ein starkes Selbstvertrauen erweist sich bei der Geburtsvorbereitung als hilfreich. Durch Meditationen können Ängste gelöst oder verringert werden. Am Mother Blessing nehmen alle Gäste aktiv teil. Jede(r) Eingeladene trägt etwas zu diesem Ritual bei.
So läuft die Unterstützungszeremonie ab
Das Programm der Unterstützungszeremonie wird von der Gastgeberin bestimmt. Eine Schwangere weiss am besten, was ihr guttut und was nicht. Verwöhnende Massagen, Fussbäder oder Aromaölanwendungen sind häufig Teil des Mother Blessings. Dazu kommen symbolische Handlungen wie das Flechten von Blumenkränzen oder das Basteln einer Geburtskette. Der Höhepunkt der spirituellen Geburtsvorbereitung ist das gemeinsame Festessen, das in entspannter Atmosphäre zelebriert wird. Bei der festlichen Mahlzeit kann es sich um ein typisches Schweizer Gericht oder um die Lieblingsspeise der zukünftigen Mutter handeln. Das Kochen und die weiteren Küchenarbeiten werden von allen gemeinsam übernommen. Je nach Programm dauert die Segnungsfeier rund zwei bis drei Stunden. Am Ende verabschieden sich alle voneinander und freuen sich auf die nächste Begegnung – diesmal mit Baby!
